Beonpush und andere Ponzis – Urteil und Tipp

Beonpush Ponzi vom Hamburger Landgericht verurteilt – Wie DU jetzt gegen Anwerber für illegale Ponzisysteme vorgehen kannst!

Schon seit Jahren warnen ich und andere Onlineunternehmer über die derzeit aus dem Boden schießenden Ponzisysteme. Besonders auf Facebook wird man derzeit mit nervigen Werbungen zu immer neu auftauchenden „wunderbaren Geldvermehrungs-Systemen“ geradezu überschüttet. Wer mit dem Begriff Ponzi (benannt nach Charles Ponzi) nicht vertraut ist, dem sei dieser Wikipedia-Eintrag empfohlen.

Leider scheint auch heutzutage noch bei vielen Leuten entweder die Gier (ja ich weiß, Gier kann auch gut sein für`s Geschäft – aber das Hirn sollte halt noch mitspielen…) oder das Unwissen über die tatsächlichen Geschäftspraktiken dieser Systeme überhand zu haben.

Da werden Lidl-Kassiererinnen (nichts gegen Lidl-Kassiererinnen persönlich, die leisten gute Arbeit und sind allesamt unterbezahlt!) von einem auf den anderen Tag zu Online-Marketingexperten, oder 18 jährige Jungspritzer versuchen in ihren peinlichen anmutenden Video-Blogs plötzlich den erfolgreichen Geschäftsmann raushängen zu lassen und andere Gutgläubige ebenfalls zu Einzahlungen in derartige Geschäfte zu bewegen.

Dabei ist eines unbestritten: Egal ob „My Advertising Pays“ (MAP), „Get Profit Ads“ (GPA) oder wie eben zuletzt das mittlerweile in dieser Form nicht mehr existente Beonpush: Ausbezahlt (und zwar mit Gewinn) wird zu Beginn so gut wie IMMER! Persönlich finde ich es auch höchst amüsant, wenn Kritiker derartiger Systeme dadurch mundtot gemacht werden, indem plötzlich Geschäftsbeteiligte ihre ersten Gewinne präsentieren und dann logischerweise auch meinen, das Geschäft funktioniere für sie…

Der Haken ist halt: In dieser schnellebigen Zeit, denkt kaum mehr jemand an morgen. Geschweige denn an übermorgen. Aber auch das was bereits geschehen ist, scheint viele „MAPer“,  GPA`ler und wie sie alle heißen, eher nicht zu kümmern. Zig tausend Geschädigte, mittlerweile unzählige Verhaftungen und Verurteilungen, all das wird ausgeblendet, solange es einen selbst nicht betrifft und das Geschäft (noch) läuft.

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Das so ein Ponzisystem, welches sich vorwiegend (zumeist sogar ausschließlich) durch die Neueinzahlungen seiner Einsteiger finanziert, sogar jahrelang halten kann, hat schon ein gewisser Bernard Madoff bewiesen. Der wurde im Jahre 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt, weil er rund drei Millionen Anleger um eine astronomische Summe betrogen haben soll. Madoffs Ponzisystem funktionierte dabei über mehrere Jahrzehnte! Dies war aber auch nur deshalb möglich, weil er aufgrund seiner Vergangenheit als Börsenmakler ein besonders hohes Ansehen genossen hat, dadurch einen enormen Vertrauensvorschuss bei seinen Anlegern gut hatte und aufgrund seiner Kontakte international sehr groß aufgestellt war.  Das System Madoff beweist somit auch, dass es durchaus möglich ist, solch ein betrügerisches Geschäftsmodell über einen längeren Zeitraum am laufen zu halten.

Von „langer Lebensdauer“, kann bei den derzeit bekannten Ponzis, die im Internet so ihr Unwesen treiben, allerdings eher keine Rede sein. Wenn man die letzten 10 Jahre ins Auge fasst, hat kaum einer der Anbieter länger als vier Jahre überlebt. Aber wie soll dies auch möglich sein, wenn man als Geschäftsmodell, mit zweistelligen Renditen um die Gunst der potentiellen Neueinsteiger buhlt? Welches Unternehmen (selbst wenn wir Größenordnungen ala Microsoft oder Apple oder Google hernehmen) kann es sich leisten, auf Dauer eine zweistellige Rendite auszubezahlen? DAS KANN NICHT FUNKTIONIEREN! Und wenn, dann nur eine begrenzte Zeit lang.. Sehr exemplarisch steht hier für mich neben dem Fall „Traffic Monsoon“ und Beonpush auch „My Advertising Pays“.

Wie funktioniert My Advertising Pays?

Myadvertisingpays.com wurde im Jahre 2013 von einem gewissen Mike Deese gegründet. Das System fordert seine Teilnehmer auf, ihr Geld in sogenannte „Credit-Packs“ (50 EUR per Stück) zu investieren, um dann am Ende eines jeden Credit- Packs mehr Geld (aktuell 55 EUR) zurückzubekommen.

Einzige Aufgabe (neben der Investition von Geld): täglich auf 10 Werbeanzeigen klicken. Dadurch würde man angeblich am sogenannten „Profit-Share“ des Unternehmens beteiligt, der sich wiederum über nicht genannte „externe Werbepartner“ finanzieren soll. Wer einzahlt und klickt, könne, so wird versprochen, auf mehrere tausend Euro monatlich kommen. Zusätzlich – und das macht den viralen Effekt solcher Modelle aus – können neue Investoren bzw Affiliates für die eigene Downline angeworben werden. Für jeden neu geworbenen ZAHLENDEN Investor erhält man als Werber einen bestimmten Provisionssatz gutgeschrieben. Was völlig offen bleibt ist die Frage, für welche Firmen My Advertising Pays eigentlich konkret Werbung macht? Wer sind die Auftraggeber die entsprechende Werbegelder an MAP bezahlen, damit diese derartige Renditen bedienen können?  Hiezu gibt es keinerlei Angaben und es drängt sich bei näherem Hinsehen der Verdacht auf, dass die Werbung ausschließlich von den Credit-Pack Käufern selbst kommt bzw. deren beworbener Partnerprogramme. Das alles wäre natürlich nicht weiter tragisch, wenn dann nicht irgendwann mal die berechtigte Frage auftauchen würde, wie sich MAP eigentlich finanziert (wenn schon nicht von ECHTEN Werbekunden)?  Eine wirklich detailierte Analyse von MAP 2.0 findet sich übrigens hier:

Da auch für die amerikanische Staatsanwaltschaft ein Ponzi- bzw Schneeballsystem hier sehr wahrscheinlich schien, wurden im Jahre 2015 erste Ermittlungen gegen My Advertising Pays gestartet. Aktuell ist MAP in den Vereinigten Staaten NICHT mehr erlaubt und betreibt sein Geschäft jetzt von Europa als MAP2.0 aus. Die offizielle Begründung von MAP, warum sie ihr Geschäftsmodell in den USA stillegten lautete sinngemäß:

„Die Entwicklung der globalen Wirtschaft und ein schrumpfender US-Markt sind verantwortlich für den Rückzug des Unternehmens.“

Offengestanden habe ich selten etwas Dümmeres gelesen. Aber wer an Systeme wie MAP glaubt, glaubt offenbar auch an den Weihnachtsmann und natürlich daran, dass der weltweit größte Werbemarkt „schrumpft“ lol.

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Punkt dieses Blogeintrags.

Kanzlei Schulenberg & Schenk erzwingt Urteil gegen Beonpush.

Beonpush ist so wie auch My Advertising Pays nichts anderes als ein Ponzisystem, nur halt mit neuer Verpackung. Bei Beonpush wurden ebenfalls Credit Packs – in diesem Fall „Investmentpakete“ (mit abenteuerlichen Renditeversprechungen in Höhe von 150%) verkauft.

Beonpush investierte nach eigenen Angaben in sogenanntes  „Realtime-Bidding“, eine Marketingstrategie, die hauptsächlich von Google (Adwords/Adsense) benutzt wird.

Es handelt sich dabei um Auktionen, bei der werbende Webseitenbetreiber auf Keywords oder auch Werbeflächen bieten. Die dann ersteigerte Werbefläche wird in Echtzeit (Realtime) mit dem Werbemittel des Höchstbietenden bestückt.

Je gefragter ein Keyword ist, desto mehr Geld müssen die Werbetreibenden bzw Webseitenbetreiber dafür bezahlen. Abgesehen davon kann man mit einem höheren Geldbetrag auch eine bessere Sichtbarkeit innerhalb der Werbeblöcke kaufen.

Erzielte Einnahmen aus diesem „Realtime-Bidding“ wurden schließlich an die Besitzer der Beonpush Investmentpakete ausgeschüttet. Beonpush gab einen „Tageszins“ zwischen 0,5 und 3,5 Prozent an. Dieser wurde täglich addiert und irgendwann ergaben sich daraus eben die besagten 150 Prozent. Naja.. Zumindest rein theoretisch…

Diese Form der wundersamen Geldvermehrung durch Keyword-Auktionen, war also die Hülle von Beonpush, die – so wie auch MAP und andere Ponzisysteme – auch sehr aktiv in diversen Facebookgruppen unterwegs waren um dort neue Investoren bzw Affiliates zu ködern. (Wobei ich den Begriff Affiliate eher ungern in diesem Zusammenhang verwende, da es meiner Meinung nach einfach nichts mit seriösem Affiliatemarketing zu tun hat!)

Zumeinst wurden also Neueinsteiger in das System über sogenannte Affiliates (zumeist im Internet) geworben und dazu gebracht entsprechend viel Geld in das System zu pumpen. Dies hat schließlich die Anwaltskanzlei Schulenberg & Schenk auf den Plan gerufen. Und die haben im Juli dieses Jahres ein Urteil erwirkt, das meiner Ansicht nach bahnbrechend auf die gesamte Ponziszene wirken wird. Man kann dieses Urteil nämlich auf sämtliche anderen ähnlich gelagerten Systeme, wie eben zB. My Advertising Pays, aber auch Get Profit Ads usw umlegen.

Das Urteil gegen Beonpush im Detail:

Mit Beschluss vom 13.07.2016, AZ: 406 HKO 108/16, stellte das Landgericht Hamburg fest, dass Führungskräfte von Beonpush die Vorgaben des Vermögensanlagegesetzes und der Finanzanlagenverordnung zu beachten haben.

Das Landgericht Hamburg bestätigte mit der o.g. Entscheidung, dass es sich bei  Beonpush um eine Geldanlage handelt. Berater, die eine solche Anlage vermitteln, haben eine ganze Reihe von Vorgaben zu beachten, wie z.B. dass der Anleger darauf hingewiesen werden muss, dass ein Totalverlust seiner Geldanlage möglich ist. Auch muss ein Widerrufsrecht gewährt werden. Da diese Vorgaben von keinem einzigen Berater von Beonpush erfüllt wurden, haben alle angeworbenen Teilnehmer, die ihren Einsatz verloren haben, möglicherweise Schadensersatzansprüche gegen ihre Anwerber, da die entsprechenden Hinweise nicht erteilt wurden.

Diese Rechtsprechung kann übrigens ohne weiteres auf nahezu alle RevShare-Programme und deren Berater übertragen werden, wie z.B. Getmyads, My Advertising Pays, usw.

Bei Beonpush kommt hinzu, dass der vorgegebene Geschäftszweck, nämlich das Investieren in „Realtime Bidding“, eine Täuschung darstellt, da lediglich Gelder eingesammelt, und wieder ausgeschüttet wurden. Aus diesem Grunde liegt der Verdacht der strafbaren progressiven Kundenwerbung und des Kapitalanlagebetruges nahe. Entsprechende Strafanzeigen wurden  erstattet.

Des weiteren führt die BaFin aktuell gegen Beonpush Ermittlungen durch (so wie übrigens auch gegen andere in Deutschland operierende ähnliche Systeme – Details demnächst auf meiner Webseite)

Was bedeutet das für dich als Anleger?

Grundsätzlich würde ich zunächst mal jedem empfehlen, derartige Geschäftsmodelle wie Beonpush (insbesondere dann wenn sie überdurchschnittlich hohe Renditen versprechen) mit Vorsicht zu betrachten. Die Webseiten solcher Ponzisysteme sind heutzutage sehr glaubwürdig aufgebaut und nicht immer ist auf den ersten Blick klar, dass es sich um etwas unseriöses handelt. Ganz egal wie man zum Thema Ponzi steht: Eine derartige Geldinvestition ist IMMER ein Hochrisiko-Geschäft!

Ein Blick ins Impressum, oder diverse Erfahrungsberichte (ich meine ECHTE Erfahrungsberichte, nicht Hochjubeljauchzen diverser sogenannter Affiliates) können manchmal schon aufschlußreich sein. Wer trotzdem sein Glück versuchen möchte (wie schon Eingangs erwähnt: Zu Beginn eines solchen Systems steigt man tatsächlich meistens mit Gewinn aus), sollte folgendes beachten:

  • Investiere immer nur das was du dir auch wirklich leisten kannst! Nimm dir keine Kredite auf, sondern setze nur Beträge ein, die dir im Falle eines Verlustes nicht weh tun.
  • Wenn du selbst Investoren für deine Downline wirbst, dann denke dabei immer an das oben verfasste Urteil! Du kannst selbst als Vermittler haftbar gemacht werden und musst dir bewusst sein, dass du Finanzprodukte bewirbst! Für diese brauchst du als Vermittler für gewöhnlich eine Zulassung!
  • Das ist jetzt der interessante Teil: Du selbst, kannst jemanden der dich in seine Downline bringt haftbar machen und klagen, wenn dich dieser Vermittler nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass du mit deinem eingesetzten Geld einen Totalverlust erleiden kannst!

Zu diesem letzten Punkt, muss ich jetzt etwas ausholen. In der Theorie ist dies machbar. In der Praxis, allerdings oft schwierig zu exekutieren, da die meisten Vermittlungen eben anonym über das Internet erfolgen (nicht selten auch über diverse Facebook-Gruppen mit Fake-Namen).

Deshalb mein Tipp: Bevor du über einen Affiliatelink dich zu einem Investor eines solchen Geschäftes machen lässt, kontaktiere die entsprechende Person die den Link postet und frage sie, ob sie dir auch PERSÖNLICH das Geschäftsmodell erklären kann! Ich weiß, viele werden jetzt lachen. Aber in der Praxis habe ich diese Vorgehensweise schon ein paar Mal erlebt! Und der persönliche Kontakt ist letztendlich für eine gute Partnerschaft (und wenn es nur das Anwerben für eine Downline ist) durchaus nicht zu unterschätzen. Nachdem die Linkpostende Person ja vom Geschäftsmodell überzeugt ist, wird er (oder sie) ja sicherlich kein Problem damit haben, dir persönlich eine Garantie zu überreichen, dass du dein eingesetztes Kapital dank dieses „glorreichen Systems“ gar nicht verlieren kannst. Ob er mit seinem vollem Namen und Anschrift wohl bereit dazu ist, diese Garantie zu geben?

Ich bin jedenfalls gespannt, was bei den Ermittlungen der BaFin noch alles ans Tageslicht kommen wird und inwiefern sich das Urteil auch auf die Praxis auswirken wird. In der Vergangenheit wurden sowohl in Deutschland als auch Österreich ja schon mehrfach diverse Schneeballsysteme für illegal erklärt und zur Gänze verboten. Und bis das der Fall ist, bleibt nur zu appellieren das Hirn einzuschalten, bzw sich mit der Frage zu beschäftigen, was seriöses Onlinemarketing eigentlich ausmacht. Ich erinnere an dieser Stelle was „Affiliate-Marketing“ (genau jener Begriff der für oben erwähnte Systeme leider allzu oft mißbraucht wird) eigentlich ist:

Es bedeutet nach wie vor EMPFEHLUNGSMARKETING. Empfehlungsmarketing für REALE Produkte oder aber auch Dienstleistungen. Diese Produkte oder Dienstleistungen und die damit verbundenen Partnerprogramme solltest du zumindest so gut kennen, als das du dir gewiss sein kannst, dass es sich um Geschäftspartner mit Handschlagqualität und einem transparenten Geschäftsmodell handelt. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich schon mehrfach Partnerprogramme wieder aus meinem Portfolio genommen habe, wenn sich diese Transparenz nicht mehr als gegeben erweißt. Das bin ich meinen Usern schuldig. Und das solltet auch ihr, liebe Ponzivermittler euren Usern schuldig sein! In Anbetracht der zahlreichen Geschädigten (Google hilft auch euch!) und natürlich in Anbetracht des oben erwähnten Gerichtsurteils gegen Beonpush!

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